Aufzucht der Gössel

Die frisch geschlüpften jungen Gänse werden Gössel genannt. Wir bekommen die Gössel mit einem Alter von 2 - 3 Wochen etwa Mitte Juni vom Naturland-Geflügelhof der Familie Hetzenecker in Neumarkt St. Veit. Die Gössel bleiben für vier Wochen im Aufzuchtstall. Sie sind sehr wärmebedürftig und entwickeln einen ungeheuren Appetit. Bis zum Alter von etwa 6 Wochen vertilgt jedes Gössel etwa 8 kg eines hochkonzhentrierten Spezialfutters. Behutsam werden die Tiere an das junge Grün und den Aufenthalt im Freiland gewöhnt. Wenn sich das Gefieder von gelb auf weiß verfärbt, dann sind die Gänse wetterfest, das heißt das Regen und "Badewasser" nicht mehr bis auf die Haut eindringen können.. 

 

Gössel sind empfindlich und wärmebedürftig
Gössel sind empfindlich und wärmebedürftig
Gössel beim ersten Ausflug ins Grüne
Gössel beim ersten Ausflug ins Grüne

Im Sommer und Frühherbst auf der Weide

Sobald sie wetterfest sind, kommen die Gänse täglich auf die Weide – jede Woche auf ein neues Stück Wiese, eine sogenannte "Portionsweide". Der Geflügelzaun grenzt ihren Weidegang ein und hält auch den Fuchs ab. Die Wasserversorgung funktioniert bei einem Grundstück durch einen Bach, der an der Grundstücksgrenze verläuft und an sechs Stellen zu Mini-Teichen aufgeweitet wurde, auf der anderen Streuobstwiese über flache Wannen, die aus einem fahrbaren Wasserfass befüllt werden.

Die Gänse fressen das Gras sauber ab und freuen sich besonders auf das Fallobst der Streuobstwiese, das wir ihnen überlassen. Das sind Leckerbissen, um die auch mal gerangelt wird.
Am Abend kommen die Gänse in den etwa 50 qm großen Stall, wo sie von August bis Oktober quasi als Lockfuttereine Handvoll  angeteigtes Getreideschrot pro Tier und Tag erhalten.
Trink- und Badewasser gibt es nur auf der Weide, weshalb das morgendliche und abendliche Aus- und Eintreiben der Gänse in den Stall und auf die Weideflächen keine Probleme macht. „Alle watscheln in der Herde, ein Tier geht nicht allein auf Pirsch", freut sich Georg Stöckl über den unkomplizierten Umgang mit den Tieren. Das Umsetzen von einer Streuobstwiese auf die andere erfolgt zweimal in der Saison mit einem Viehanhänger.


Die Gänse fressen am liebsten junges Gras
Die Gänse fressen am liebsten junges Gras
.. schaut mir in die Augen, Kleine
.. schaut mir in die Augen, Kleine

Endmastperiode auf der Weide und im Stall mit Auslauf

Ab Beginn der Mostsaison (Mitte bis Ende September) erhalten die Tiere zusätzlich zum Weidegang frischen oder in verschließbaren Fässern einsilierten Apfeltrester. Dies ist besonders zum Ende der Weideperiode, wenn das Gras rar wird, im Hinblick auf die Futterkosten und auf den Geschmack des Fleisches sehr von Vorteil. Oder wenn es gar wie im Jahr 2010 Ende November unter einer geschlossenen Schneedecke verschwindet und die Gänse deshalb im Stall bleiben müssen.
In der Endmastphase ab 10. November wird die Kraftfuttergabe für die Weihnachtsgänse von 80 auf etwa 300 Gramm pro Tier und Tag gesteigert

Im Oktober wird das Gras schon weniger ..
Im Oktober wird das Gras schon weniger ..
.. ein Winterspaziergang für die Gänse
.. ein Winterspaziergang für die Gänse